Day 64, Te Araroa Trail, New Zealand

Hallo!

Abenteuer, Abenteuer, Abenteuer!!!!The Richmond Ranches ist die härteste und schwerste Etappe am Te Araroa Trail. Ich kann das nur bestätigen. Ich wandere noch immer mit Roger und Frank, den 2 Neuseeländern, die ich in Boyle Village kennengelernt habe. Ich bin froh, dass ich diese Sektion nicht allein gehen muss, da ja doch allerhand passieren kann wie sich noch zeigen wird. Die ersten 2 Tage waren relativ einfach mit ca 1000 Höhenmeter pro Tag. Allerdings war mein Rucksack die ersten Tage extrem schwer, weil ich für 9 Tage Essen mit hatte. 9 mal Frühstück, Mittag- und Abendessen. Und das nicht zu knapp. Mein Kalorienverbrauch liegt täglich bei ca 4000 bis 5000. Den versuche ich zumindest mit täglich 2500 Kalorien abzudecken. Um das zu schaffen und nicht zu einseitig zu sein, muss ich pro Tag 800 Gramm Nahrungsmittel zusätzlich zur Ausrüstung mitschleppen (Müsliriegel, vorgekochten Reis, Nudeln die schnell weich werden, Nüsse, Packerlsuppe, Müsli, Haferflocken, Honig, Thunfisch). Ab dem 3. Tag gings dann so richtig zur Sache. Mt. Elis, Purple Top, Mt. Rintual, Little Rintual, dazwischen steile Schluchten, ausgesetzt mit Kletterpassagen. Beim Little Rintual auf einer unspektakulären Passage passierte es dann. Roger war vor mir und außer Sichtweite, als ich ihn dann wieder sah saß er in einer ungewöhnlichen Haltung am Track und winkte mit einer Hand. Als ich bei ihm ankam war rund um ihn Blut, viel Blut. Mit der rechten Hand drückte er eine tiefe Wunde ab. Ich holte so schnell ich konnte mein Verbandspaket heraus und legte einen Druckverband an. Nach gefühlten 17 Erste Hilfe Kursen schaffte ich das. Als Roger die Hand von der Wunde wegnahm, spritzte das Blut nur so heraus. Eine Bandage noch aufgerollt, fest auf die Wunde gedrückt und mit einer zweiten und dritten umwickelt und ich konnte die Blutung zum Stillstand bringen. Nach einer Ruhepause versuchte Roger aufzustehen und zu gehen und es klappte. Er ist ein richtiger Beißer. Es ging bis zur nächsten Selbstversorgerhütte, der Slaty Hut. Mittlerweile hat es ordentlich zu regnen begonnen und Wind kam auf. In der Hütte war gerade noch Platz für uns. Insgesamt waren wir 6 Personen, zusammengepfercht auf engsten Raum, und das für die nächsten 40 Stunden, weil sich Regen und Wind zu einem heftigen Sturm wandelten. Nach diesem endlos langen Hüttenaufenthalt war das wichtigste so schnell wie möglich mit Roger zu einer Straße zu kommen. Das war leichter gesagt als getan. Wir waren zwar nicht mehr all zu weit von der nächsten Zivilisation entfernt, aber da waren einige Bäche dazwischen, die sich in reißende schlammige Flüsse verwandelt hatten. Aber dank guter Karten, Apps und GPS fanden wir Wege um in ein Tal mit einer Straße zu gelangen. Dann war es nicht mehr schwer ein Auto anzuhalten, das Roger in die nächste Stadt und zu einem Arzt brachte. Nochmal gut gegangen. Ich hoffe nur, dass ich mein neues Verbandspaket am Rest des Trails nicht mehr brauche.

Kia Ora

Roland

Day 64, Te Araroa Trail, New Zealand
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27 thoughts on “Day 64, Te Araroa Trail, New Zealand

  • 13. Februar 2018 at 9:33
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    Hallo Lieber Roland!

    Das sind ja wirklich richtig aufregende Abenteuer,  die man wie man sieht nicht alleine wagen sollte. Ja so schnell kann es gehen, gut dass du zur Stelle wartst um deinem  Freund zu helfen! Er wird dir dankbar sein.  Ich hoffe es geht ihm mittlerweile schon besser!!!

    Das Schicksal der Naturgewalten mit Regen, Sturm, Kälte, fast unmöglich durchquerenden Abschnitten hat es dir nicht gerade leicht gemacht!
    Dadurch bist du an deine Grenzen gegangen und bestimmt noch mehr darüber  hinausgewachsen! Und das macht den ganzen Trail noch intensiver und interessanter um sich mit einem selbst auseinander zu setzen und dass du diese Abenteuer-Reise  täglich aufs neue auf einer ganz anderen Ebene begegnest.  Ich denke dass es genau das ist, was du suchst!! Die Begegnungen mit den netten,  aufrichtigen,  ehrlichen  Menschen und der wunderschönen Landschaft  wirkt sich sooo positiv auf psychischer und physischer Leistung  aus!
    Die Süd-Insel hast du nun fast geschafft und die Nord-Insel wird dich bestimmt dafür belohnen! Weiterhin viele schöne Erlebnisse und Kraft!
    Dickes Bussi
    Elisabeth

    Reply
  • 13. Februar 2018 at 19:16
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    Servus Roland
    Schön, dass es Dir gut geht. Ich soll Dir von unserem Pfarrer, mit dem ich mich gerade bei Clemens zu Hause unterhalten habe und ihm auch von deiner Begegnung mi dem „geheimnisvollen“ Pilger erzählt habe, die allerbesten Grüße ausrichten.
    Liebe Grüße Manfred

    Reply
    • 13. Februar 2018 at 20:32
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      Vielen Dank und recht liebe Grüße auch an Clemens und seine Familie und natürlich auch an unseren Pfarrer.
      Liebe Grüße Roland

      Reply
  • 13. Februar 2018 at 20:11
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    Hallo Roland
    Hoffentlich ist auch jemand zur Stelle wenn du einmal Hilfe brauchst,was wir ja nicht hoffen möchten.,das es einmal notwendig ist.
    Übrigens auf dem Foto auf Facebook schaust jo gescheit .org aus. Da Mutter zeigen wir das Bild lieber nicht.
    Ois Guade Nu !

    Reply
    • 13. Februar 2018 at 20:35
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      Ja. Gute Idee. Ich pass eh auf. Der Trail wir jetzt viel einfacher. Er führt jetzt auch mehr durch besiedelte Gegenden.
      Liebe Grüße Roland

      Reply
  • 13. Februar 2018 at 20:41
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    Hallo Roland!
    Wow… Das waren aufregende Tage für dich… Du schreibst deine Tage sehr spannend. Weißt du wie es Roger jetzt geht? Wünsche dir weiterhin tolle Erlebnisse. Und hoffentlich keine Unfälle. Die Bilder sind ein Traum. Da möchte man am liebsten auch dabei sein.
    LG. Ingrid

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    • 13. Februar 2018 at 20:47
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      Hallo Ingrid!
      Ihm geht’s eh schon gut. Danke. Allerdings beendet er jetzt den Trail.
      Liebe Grüße Roland

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      • 13. Februar 2018 at 20:50
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        Ok… Das ist gut zu wissen, dass es Roger wieder gut geht.
        Und dir wünsche ich noch schöne Abenteuer.
        Liebe Grüße Ingrid

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      • 13. Februar 2018 at 20:53
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        Apropo! Ich habe deinen Blog geteilt.
        Deine Abenteuer gehören geteilt…

        Reply
  • 13. Februar 2018 at 21:16
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    der weg nach emmaus, du kannst dich sicher erinnern, erst beim brot brechen haben sie ihn erkannt

    Reply
  • 14. Februar 2018 at 6:15
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    Hallo Roland,
    Herzlichen Glückwunsch zu Deinem Abenteuer, deiner Leistung aber auch deiner Einstellung. Wir suchen öfters eine Grenze zu finden, jedem fällt das nicht leicht, nicht jedem gelingt dies, aber du bist gerade dabei für Dich selber dies zu tun, Hut ab. Eine tolle Umgebung die du dir dazu ausgesucht hast. Ich wünsche dir für den Rest des Trails noch alles Gute die Nordinsel hat noch einige Überraschungen für Dich, good luck, Blacky

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  • 14. Februar 2018 at 8:12
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    Hallo Blacky!
    So eine Einstellung und Beißermentalität haben wir früher doch oft gebraucht. Vielleicht kommts daher.
    Liebe Grüße Roland

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  • 14. Februar 2018 at 11:14
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    Hallo Roland! Das war ja ein Unglück! Bin froh, daß es dir gut geht und deinem Begleiter auch, jetzt wieder. Nun hast die Südinsel geschafft! Gönn‘ dir etwas Ruhe vor dem nächsten Abschnitt deines Abenteuers. Drücke dir die Daumen, damit du die Nordinsel ohne größere Blessuren durchwanderst. Lg und Bussi Uschi

    Reply
    • 14. Februar 2018 at 18:57
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      Danke. War in Nelson ausrasten. Das wäre eine Stadt wo es sich Leben lässt.
      Liebe Grüße Roland

      Reply
  • 14. Februar 2018 at 12:08
    Permalink

    Hallo Roland,
    mit großem Interesse lese ich deine Berichte !
    Ich bewundere dich für dass was du machst!
    Ein Lebenlang schon erlebe ich solche Abenteuer in meiner Fantasie und im Fernsehen.
    Für die Durchührung fehlte es mir jedenalls an Mut und Angement und ich wäre daher bald an meine Grenzen gestossen.
    Ich hoffe sehr dass du weiterhin so schöne Abenteuer erleben darfst.
    Alles Gute weiterhin wünsche ich dir von Herzen
    Elisabeth Mattes
    PS: die E-Mail Adresse ist die von meinem Schatz Heinz

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    • 14. Februar 2018 at 19:02
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      Liebe Elisabeth!
      Es freut mich, dass Du mir schreibst. Ja stimmt… mir hat es auch viel Überwindung gekostet diese Reise zu machen. Jetzt bin ich froh, dass ich mich aufgerafft habe.
      Liebe Grüße auch an Heinz
      Roland

      Reply
  • 14. Februar 2018 at 14:22
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    Hallo Roland!
    Um Gottes Willen, da kriegt man ja schon allein beim Durchlesen Herzrasen. Das war sicher ein sehr aufwühlender Moment und das noch dazu bei total erschwert wettertechnischen Umständen. Zum Glück wusstest du, was zu tun ist. Pass weiterhin gut auf dich (und deine Wegbegleiter) auf!

    Liebe Grüße
    Renate

    Reply
    • 14. Februar 2018 at 19:04
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      Hallo Renate!
      Ja stimmt… Das war sehr aufregend. Ich bin froh dass alles gut ausgegangen ist.
      Liebe Grüße Roland

      Reply
  • 18. Februar 2018 at 15:15
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    Hallo Roland, tapferer Hiker!

    Tolle Geschichten, super Berichte, da kommt Fernweh auf…!
    Wir waren heut am Matrassteig (gegenüber Grein an der Donau) und haben uns den Nebel des Donautales angeschaut. Aber der Hüttenbesuch war der Höhepunkt. Da gab es „Winterschmarrn“: kräftiger Kaiserschmarrn mit Nüssen, Rosinen und Feigen.

    ganz liebe Grüße und viel Kraft aus dem heute sonnigen Kronstorf!

    Reply
    • 18. Februar 2018 at 19:47
      Permalink

      Hallo Peter!
      Der Winter geht mir schon ab. Und auch diese Stimmung dazu.
      Liebe Grüße Roland

      Reply
  • 19. Februar 2018 at 20:44
    Permalink

    Roland
    ich verfolge Deine Wanderung schon die ganzen Wochen und Du hast meine ganze Bewunderung für Deinen Mut, Deine Umsetzung und Deine Ausdauer. Gedanklich wandere ich immer wieder mit Dir mit, einen verbindenden Herzensgruß zu Dir auf die andere Seite; Christian

    Reply
    • 19. Februar 2018 at 21:37
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      Hallo Christian, schön dass Du mir schreibst. Was eine Visions Suche alles auslöst.
      Liebe Grüße Roland

      Reply
      • 25. März 2018 at 15:55
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        Ja und Deine Wanderung löst bei mir einiges aus.
        So bereichert einer den Anderen.
        Ich bin gerade auch am überlegen einen Trail zu gehen!!
        Ich schwanke zwischen Österreich, Pacific Crest, Patagonien und auch Neuseeland würde mich rufen. Wie lange bist Du noch unterwegs und ab wann bist Du wieder in Deiner Heimat???
        Danke für alle die eindrücklichen Berichte.
        Ich gehe da teilweise mit Dir mit.
        Umarmung zu Dir
        Christian

        Reply
        • 25. März 2018 at 21:26
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          Ich kann das nur empfehlen. Eine gute Erfahrung für Geist und Körper. Ich komme Anfang Juni zurück. Wir können uns gerne Treffen. Würde mich sehr freuen. Meine Email hast eh… Aber zur Sicherheit office@orangebase.at.
          Alles Liebe Roland

          Reply

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