Blog

Day 70, Te Araroa Trail, New Zealand

Day 70, Te Araroa Trail, New Zealand

Hallo!

Ein mehr als würdiger Abschluss der Südinsel war der Queen Charlotte Track nach Ship Cove. Ein wunderschöner Wanderwege entlang einer Halbinsel mit vielen Buchten, Stränden, Seehunden, Delphinen, diebischen Vögel und vielen Sonnenstrahlen. Entlang dieses Tracks gibt es auch immer wieder kleine Resorts die mitten in den Regenwald hinein gebaut wurden. Ich blieb allerdings den Zeltplätze treu, die ebenfalls mitten im Wald, traumhaft idyllisch waren.

Dieser Queen Charlotte Track ist Bestandteil des Te Araroa Trail und kann von Havelock oder von Picton aus erreicht werden. Ein echtes Highlight.

Hier musste ich mich auch von meinen neuseeländischen Freunden entgültig verabschieden. Allerdings haben mich beide eingeladen nach Kerikeri zu kommen. Mal sehen!

Nach wilder Natur komme ich jetzt in die Hauptstadt Wellington. Dort werde ich den Trail durch die Nordinsel planen.

Kia Ora

Roland

Day 64, Te Araroa Trail, New Zealand

Day 64, Te Araroa Trail, New Zealand

Hallo!

Abenteuer, Abenteuer, Abenteuer!!!!The Richmond Ranches ist die härteste und schwerste Etappe am Te Araroa Trail. Ich kann das nur bestätigen. Ich wandere noch immer mit Roger und Frank, den 2 Neuseeländern, die ich in Boyle Village kennengelernt habe. Ich bin froh, dass ich diese Sektion nicht allein gehen muss, da ja doch allerhand passieren kann wie sich noch zeigen wird. Die ersten 2 Tage waren relativ einfach mit ca 1000 Höhenmeter pro Tag. Allerdings war mein Rucksack die ersten Tage extrem schwer, weil ich für 9 Tage Essen mit hatte. 9 mal Frühstück, Mittag- und Abendessen. Und das nicht zu knapp. Mein Kalorienverbrauch liegt täglich bei ca 4000 bis 5000. Den versuche ich zumindest mit täglich 2500 Kalorien abzudecken. Um das zu schaffen und nicht zu einseitig zu sein, muss ich pro Tag 800 Gramm Nahrungsmittel zusätzlich zur Ausrüstung mitschleppen (Müsliriegel, vorgekochten Reis, Nudeln die schnell weich werden, Nüsse, Packerlsuppe, Müsli, Haferflocken, Honig, Thunfisch). Ab dem 3. Tag gings dann so richtig zur Sache. Mt. Elis, Purple Top, Mt. Rintual, Little Rintual, dazwischen steile Schluchten, ausgesetzt mit Kletterpassagen. Beim Little Rintual auf einer unspektakulären Passage passierte es dann. Roger war vor mir und außer Sichtweite, als ich ihn dann wieder sah saß er in einer ungewöhnlichen Haltung am Track und winkte mit einer Hand. Als ich bei ihm ankam war rund um ihn Blut, viel Blut. Mit der rechten Hand drückte er eine tiefe Wunde ab. Ich holte so schnell ich konnte mein Verbandspaket heraus und legte einen Druckverband an. Nach gefühlten 17 Erste Hilfe Kursen schaffte ich das. Als Roger die Hand von der Wunde wegnahm, spritzte das Blut nur so heraus. Eine Bandage noch aufgerollt, fest auf die Wunde gedrückt und mit einer zweiten und dritten umwickelt und ich konnte die Blutung zum Stillstand bringen. Nach einer Ruhepause versuchte Roger aufzustehen und zu gehen und es klappte. Er ist ein richtiger Beißer. Es ging bis zur nächsten Selbstversorgerhütte, der Slaty Hut. Mittlerweile hat es ordentlich zu regnen begonnen und Wind kam auf. In der Hütte war gerade noch Platz für uns. Insgesamt waren wir 6 Personen, zusammengepfercht auf engsten Raum, und das für die nächsten 40 Stunden, weil sich Regen und Wind zu einem heftigen Sturm wandelten. Nach diesem endlos langen Hüttenaufenthalt war das wichtigste so schnell wie möglich mit Roger zu einer Straße zu kommen. Das war leichter gesagt als getan. Wir waren zwar nicht mehr all zu weit von der nächsten Zivilisation entfernt, aber da waren einige Bäche dazwischen, die sich in reißende schlammige Flüsse verwandelt hatten. Aber dank guter Karten, Apps und GPS fanden wir Wege um in ein Tal mit einer Straße zu gelangen. Dann war es nicht mehr schwer ein Auto anzuhalten, das Roger in die nächste Stadt und zu einem Arzt brachte. Nochmal gut gegangen. Ich hoffe nur, dass ich mein neues Verbandspaket am Rest des Trails nicht mehr brauche.

Kia Ora

Roland

Day 55, Te Araroa Trail, Neuseeland

Day 55, Te Araroa Trail, Neuseeland

Hallo!

Seit 55 Tagen bin ich nun unterwegs. Davon 50 auf dem Trail. Viele Kilometer habe ich bereits hinter mir, viele unglaubliche Erlebnisse und viele tolle Menschen.

Zu den Menschen: Gleich am ersten Tag, nach Arthurs Pass, traf ich einen Wanderer der mir entgegen kam. Wie bei den meisten die mir entgegen kommen blieb ich stehen und wir tauschten ein paar Worte aus. Plötzlich fragte er mich ob ich an Jesus glauben würde und ob er für mich beten dürfe. Ich sagte ja und dachte er würde mich in seine Abendgebete einschließen. Aber nein. Er legte mir seinen rechten Arm auf die Schulter und fing an zu beten und um Kraft für mich zu bitten. Das war tief beeindruckend für mich. Ihr mögt es glauben oder nicht, aber seither geht es mir mit den Knien viel besser.

Oder die ältere Dame, die im Boyle Village Education Center kostenlos arbeitet und dafür sorgt, dass für jede(n) gesorgt wird. Dort geht’s um die Essenspakete, einen Schlafplatz, eine Pizza usw. bevor es wieder losgeht. Sie hat sich um alles gekümmert, für uns gekocht, den Müll von uns in ihr Auto gepackt und letztendlich noch 2 Wanderer nach Hamner Springs gebracht.

Oder Roger und Frank, 2 Kiwis, die ich auf meiner Route von Boyle Village nach Saint Arnaud begleiten durfte. Ich war sehr froh darüber, weil das eine sehr schwierige 6 bis 9 tägige Strecke und das Wetter auch nicht ohne war. Ich hatte sehr viel Spaß mit ihnen.

Oder…oder. Es gäbe noch soviel Kleinigkeiten über die Menschen hier zu erzählen, die nicht selbstverständlich sind. Natürlich wird der Te Araroa Status auch dazu beitragen. Fast jede Person die man trifft fragt ob man T. A. Hiker sei (durch den großen und schweren Rucksack). Wenn ja ergeben sich meist nette Gespräche und helfende Hände.

Zur Natur: Bei dieser Tour waren die Naturgewalten Neuseelands gut erkennbar. Speziell die Gewalt der Bäche und Flüsse, die im Nu ansteigen, wenn es stark regnet. Ich bin durch Flusstäler gegangen, bei denen ich mir gut überlegen musste, ob das bei den gegebenen Verhältnissen zu bewältigen sei. Insbesondere wenn das Tal so eng und die Felsen so steil waren, dass man meist im Bach über Stock und Stein flussauf- oder abwärts klettern musste. Nicht umsonst sind die Flussüberquerungen das Gefährlichste am Trail.

Oder die 2 Pässe, den Waiau Pass und den Upper Travers Saddle, die bei Schlechtwetter unpassierbar sind. Ich hatte Glück und ein Wetterfenster gefunden, sonst wäre ich 2 Tage in der Waiau Hut festgesessen.

Derzeit bin ich in Saint Arnaud. Es ist kalt, 10 Grad, und regnet. Ich habe gehört, dass es in manchen höher gelegenen Orten in der Nacht geschneit hat und es Straßen an der Westküste durch heftige Regenfälle weggespült hat. Ich hoffe das Wetter wird in den nächsten Tagen besser.

Viele liebe Grüße, Kia Ora

Roland

 

 

 

Day 42, Te Araroa Trail, New Zealand

Day 42, Te Araroa Trail, New Zealand

Hallo!

Zufälle, Zufälle und sehr schöne Erlebnisse, mein Englisch wird auch immer besser, zumindest bilde ich mir das ein, ich plappere meist einfach drauflos und witziger Weise versteht jeder was ich meine!?!?

Von Twizel gings nach Tekapo entlang eines endlos langen Kanals mit einer ebenso endlosen Lachszucht mit Regen und Wind. In Tekapo ging ich einkaufen und versendete 2 Food Boxes nach Arthurs Pass und Boyle Village. Dort gibt’s nichts zum Einkaufen und ich brauche dort jedoch Essen für jeweils 8 Tage. Vor dem Supermarkt rief plötzlich jemand meinen Namen. Genau…es war James aus England, mein Buddy. Wir erzählten uns unsere Erlebnisse und er erinnerte mich wieder, dass die nächsten beiden Flüsse, der Rangitata und der Rakaia unpassierbar sind. Dadurch müssen alle Hiker einen unfreiwilligen Riesenumweg über Ashburton und Methven in Kauf nehmen, da es sonst keine Brücken über die Flüsse gibt. Bis Ashburton konnte ich mit Mühe noch einen freien Platz in einem Bus auftreiben (es lebe die Hochsaison). Aber ab dort gab es keine öffentlichen Verkehrsmittel nach Methven und weiter nach Lake Colderidge wo der Trail nach dem Rakaia River weiterging. Das waren sicher 80 Km. Ich probierte mein Glück mit Autostoppen. Kein Mensch blieb stehen, außer ein junges Paar in einem alten Auto. Tja wer ist so menschenfreundlich und nimmt einen alten, verwilderten Hiker mit?…wieder richtig!!!…zwei Schärdinger, Florian und Martha. Die beiden arbeiten seit 8 Monaten auf einer Farm und waren in Ashburton einkaufen. So ein unglaublicher Zufall. Sie nahmen mich mit nach Methven. Ich wollte mich noch mit Ihnen in einem Pub treffen…ein frommer Wunsch. Um 21 Uhr war ich im Land der Träume. Am nächsten Tag wanderte ich wieder viele Km entlang des Highways. Es war wenig Verkehr…eigentlich fast gar keiner. Aber nach endlos langer Zeit blieb ein Neuseeländer stehen und brachte mich zum Lake Colderidge obwohl er dort gar nicht hinmusste. Wieder unglaublich!!!

So, endlich ging es wieder weiter am Trail. Geschätzte 2000  Höhenmeter und 100 Flußüberquerungen später, kam ich heute mit vielen Erlebnissen in Arthurs Pass an. Zu den täglichen Erlebnissen gehörte z. B., dass ich mindestens  einmal am Tag den Trail verlor und nicht mehr wusste wo es weitergeht. Aber mittlerweile hilft mir mein GPS. Eine ganz gute Erfindung.

Liebe Grüße aus Arthurs Pass

und Kia Ora Roland

Fotos folgen später.

Day 35, Te Araroa, New Zealand

Day 35, Te Araroa, New Zealand

Hallo!

Aufbruch aus Lake Hawea. Eine netter kleiner Ort am gleichnamigen See. Seen gibt’s hier genug. Einer schöner als der andere. Einfach anders als ich es von zu Hause (zB. Salzkammergut) gewohnt bin. Abschied somit auch von Matt aus den USA.

Es ging gleich heftig los. 1100 Höhenmeter auf den Big Breast Hill (lustiger Name aber dadurch war es nicht weniger anstrengend). Die Fernsicht ist hier unglaublich. 70 bis 80 Km mindestens. Der Mountain Cook (höchster Berg von Neuseeland) ist oft gut sichtbar und ist 75 Km Luftlinie entfernt. Ich glaube, dass diese unglaublich klare Sicht auch viel zu diesem faszinierenden Ambiente beiträgt, egal ob sonnig oder bewölkt.

Bereits am ersten Tag traf ich James aus England, der mir aus den Hut Books bereits bekannt war. Er war immer ein paar Tage vor mir und jetzt habe ich ihn scheinbar eingeholt. Nicht weil ich schneller ging, sondern weil ich weniger Pausen Tage einlegte. Ja so sind die Briten…! Er begleitete mich die folgenden 4 Tage, dann trennten sich unsere Wege, weil er ein Quartier zwecks … dreimal dürft ihr raten…richtig….zwecks Pause vorgebucht hatte. Eine Lodge direkt am Lake Ohau mit Hot Pools…Ja ja very british!

Aber vorher hatten wir noch einige Höhenmeter und ca. 70 Km vor uns. Highlights waren der Mountain Breast, Timaru River, den ich 12 mal überqueren musste (ein Typ der mir entgegen kam meinte die Te Araroa Hiker erkennt man an den nassen Schuhen), der Marthas Saddle, ein Berg der nur aus Geröll bestand, wo es rauf ging auf 1700 Meter, eine Schneise im Geröll die sich über lange Serpentinen raufschlängelte. Ach ja, da war noch Stodys Hut. Diese Hütte stammt sicher noch aus der Siedlerzeit. Kein Boden, ein winziges Fenster…also kaum Licht, eine Türchen von 150 cm und viele Nagetiere. Eine von diesen netten Ratten machte sich in der Nacht an meinem Technikbeutel zu schaffen, weil ich Nüsse drinnen hatte. Normalerweise hängen wir die Nahrungsmittel mit einer Schnur auf, damit es kein Tier erwischt. Die Nüsse hatte ich vergessen. Aber durch das Nagen wurde ich munter und verscheuchte den ungebetenen Besucher.

Am Birchwood Carpark, in allen Karten großartig angekündigt, trennten sich die Wege von James und mir. Birchwood Carpark stellt man sich am besten so vor: Ein eingezäunter Schotterparkplatz von ca 800 Quadratmetern, ohne Autos, irgendwo im Nirgendwo. Eine Schotterstraße endlos lang nach West und Ost. Tja ich machte mich Richtung Osten auf. Es war noch eine ganze Strecke bis Omarama und dann weiter nach Twizel. Aber alles flach und eher langweilig. Ich glaube ich bin schon etwas verwöhnt. Alles in allem wieder 5 wunderschöne und sehr anstrengende Tage.

Kia Ora

Roland

Day 30, Te Araroa Trail, New Zealand

Day 30, Te Araroa Trail, New Zealand

Hallo!

Ich habe Arrowtown schweren Herzens verlassen. Ein sehr, sehr netter kleiner Ort mit freundlichen Menschen. Die Neuseeländer sind generell sehr freundlich und zuvorkommend. Für mich war das sehr ungewohnt und man ist versucht eine böse Absicht dahinter zu vermuten…aber nein, die Kiwis sind tatsächlich so.

Nun gut, ich habe also Arrowtown hinter mir (mich?) gelassen. Es ging nach Macetown. Eine historische Stätte aus der Goldgräber Zeit. Von 1867 bis 1920 war Macetown von Goldgräbern bewohnt. Mittlerweile stehen nur mehr 2 unbewohnte historische Häuser. Macetown erreichte ich über den Big Hill Track. Das war gleich mal die erste Bergwertung rauf auf 1200 Meter. In Macetown, unmittelbar neben dem Arrowriver River verbrachte ich im Zelt eine sehr kalte Nacht.

Am nächsten Tag gings ca 3 Stunden den Arrowriver stromaufwärts, wobei ich die Hälfte der Zeit im Wasser watete. Danach ca 2 Stden rauf auf den Roses Saddle und dann nochmals 3 Stunden zur Roses Hut. Eine sehr schöne Strecke. Auf diesem Abschnitt traf ich Matt aus den USA, der auch auf Roses Hut übernachtete. Er ist übrigens mit seinen 32 Jahren nach mir der älteste Wanderer, der mir bisher begegnete. Es kamen noch 2 Kiwis die bis zum Einschlafen ununterbrochen die Klappe offen hatten. Gott sei Dank gingen sie in die entgegengesetzte Richtung und ich traf sie nie wieder. Auch Tibo aus Frankreich übernachtete auf der Hütte. Tibo und Matt sah ich dann die folgenden 2 Tage immer wieder auf dem Trail.

Es folgten noch 2 Tage mit 3 Bergen (jeweils ca 1300m) und einer Übernachtung auf der Highland Creek Hut. 4 Tage mit wunderschönen und interessanten Erlebnissen. Ich merke, ich bin nicht der schnellste Wanderer, aber mit Sicherheit der Älteste. Von der Art und Geschwindigkeit, mit der die Jungen speziell schwierige Abwärtspassagen bewältigen, bin ich weit entfernt. Da fehlt mir das Vertrauen in meine Gelenke und Bänder.

Ganz schwierig zu bewältigen sind oft die Gräben eines Baches wo es schon mal 20 Meter steil hinunter geht und auf der anderen Seite wieder genauso steil bergauf. Das Ganze meist noch sehr gatschig und rutschig.

Jetzt bin ich in Wanaka. Nicht so schön wie Arrowtown aber es gibt Essen!!!! Heute möchte ich noch nach Hawea Lake und morgen wieder in die Berge. Zwischendurch wird noch Verpflegung eingekauft.

Mein Zustand ist gut. Ich hoffe meine Knie machen weiterhin mit. Wenn ich einen falschen Schritt mache spüre ich sie manchmal. Aber das wird sich auch noch verbessern. Mein Körpergewicht ist schon um einiges weniger und meinen Rucksack habe ich auch schon ausgemistet.

Bis bald

Kia Ora Roland

Arrowtown River
Arrow River
Te Araroa Trail
Rastpause

Day 24, Te Araroa, New Zealand

Day 24, Te Araroa, New Zealand

Hallo!

I’m still alive!

Nach Te Anau war eine himmellange Farmstraße angesagt. Entlang des …..River (ich hab den Namen vergessen). Eine Schotterstraße die nicht enden wollte. Ich hab mich diese Straße gefühlte 100 Km entlang geschleppt. Irgendwann sollte der Trail links von der Straße abbiegen. Das habe ich scheinbar versäumt und bin auf dieser Straße direkt zu den Mavora Lakes gekommen. War natürlich perfekt zum „Kilometer fressen“, aber ziemlich langweilig. Dafür wurde ich durch die Mavora Lakes (zwei wunderschöne Seen) voll entschädigt.

Danach ging es weiter dem Seeufer entlang in ein breites steppenähnliches Tal zur Taipa Hut, wo ich einen jungen sehr netten Australier traf. Bei Haferflocken, Wasser und einem kleinen Stückchen weißer Schokolade unterhielten wir uns sehr gut. Der nächste Tag nach Greenstone war extrem anstrengen. Ein schmales Tal im Wald und immer auf und ab, aber ich nähere mich immer mehr Queenstown. Queenstown ist das neuseeländische Eldorado für Abenteurer und Outdoorsportler. Bungeejumping wurde hier, glaube ich erfunden.

Völlig fertig in Queenstown suchte ich 2 Stunden nach einem Quartier, dass ich dann zu einem völlig überhöhten Preis fand. Dort fiel ich ungewaschen und verschwitzt von den vergangenen Tagen ins Bett und schlief 10 Stunden durch.

Ich habe 2 Garnituren Bekleidung mit und ein T Shirts und eine kurze Leggins zum Schlafen. Eine Garnitur hab ich durchgängig untertags an, egal wieviel Tage ich ohne Duschmöglichkeit unterwegs bin. Die 2. Garnitur ist in einem wasserdichten Sack. Falls alles nass wird durch Fluss oder Regen. Diese Garnitur wird nicht angerührt…also nur für Notfälle.

Ihr könnt Euch vorstellen welchen betörenden Duft ich nach einigen Tagen verbreite. Sobald ich eine Duschmöglichkeit habe wird das Zeug unter der Dusche ausgewaschen. Meist gibt’s auf Campingplätzen od in Hostels auch Waschmaschinen.

Heute bin ich in Arrowtown. Eine sehr schöne, kleine Goldgräberstadt, besiedelt seit 1880 durch chinesische Goldgräber. Das ist extrem alt für neuseeländische Verhältnisse.

Kia Ora

Roland

 

Day 17, Te Araroa Trail, New Zealand

Hallo!

Hallo Zivilisation, hallo Internet. Das ist mir ehrlich gesagt schon abgegangen auch wenn ich ungern zugebe, dass ich scheinbar auch schon zu den Internetjunkies gehöre.

Ich war die letzten 4 Tage in der absoluten Wildnis. Getroffen habe ich in diesen 4 Tagen und auf ca 70 Kilometer Trail durch den Urwald einen jungen Schweizer und eine 4er Gruppe Neuseeländer. Das wars.

Gestartet bin ich bei vollen Regen. Da hat selbst der Farmer Dean den Kopf geschüttelt. Der Regen ließ mittags nach. Danach war’s nur mehr kalt. Zuerst musste ich ca 10 Km Farmland hinter mich lassen…viele Kühe…viele Schafe. Dann kam der Wairaki River und dort gings richtig los. 2 Flussüberquerungen, was kein Problem war, kenn ich ja von der Enns. Aber diese Berge mit dem Gepäck. Da sind 100 Höhenmeter eine Qual und insgesamt an diesen 4 Tagen waren es sicher 3000. Am ärgsten sind die steilen Höhenmeter im Wald, wo der Boden fast immer nass und rutschig ist.

Vom Gelände her hatte ich alles, Fels, Wald und Gras. Dieses Gras ist meist hüft- bis brusthoch und der Boden ist sumpfig. Ein Pfad ist kaum zu sehen aber der Weg ist markiert…oder sollte es sein. Das Gehen dort ist seeehr anstrengend. Einmal suchte ich die nächste Markierung 1 1/2 Stunden lang. Das war schon sehr nervenaufreibend. Überhaupt, wenn man die ursprüngliche Markierung dann auch nicht mehr findet. Ich bin eh sehr vorsichtig, aber die Orientierung ist schnell verloren. Der letzte Tag war landschaftlich unglaublich. Ein Urwald wie er im Buche steht, mit schroffen Hängen die zu kleinen Bächen führen, auf der anderen Seite wieder genauso schroff rauf, über entwurzelt Riesen, schmale Pfade entlang von Schluchten. Ein undurchdringlicher Urwald, gäbe es nicht den Pfad, der allerdings auch sehr oft von der Natur zurückerobert wird. Dieser letzte Teil der 4 Tage war mir fast ein wenig unheimlich.

Ich lerne in diesen Tagen auch sehr viel. Mit Ressourcen hauszuhalten (Wasser, Essen, Kleidung, Holz, Gas…). Ich merke wie ich bescheiden werde und mich über ein paar Sonnenstrahlen freue, oder über eine wärmere Nacht als die vergangene. Ich brauche an diesen Tagen nicht viel zum Leben. Wasser und Haferflocken, einen trockenen Schlafplatz und eine Garnitur Kleidung sollte auch immer trocken sein, eine von zwei die ich mithabe. Das heißt also in der Früh wenn ich richtig ausgekühlt bin von der Nacht (5 bis 8 Grad) geht’s ab in die nassen Socken, Schuhe und Klamotten vom Vortag.

Aber jetzt bin ich in Te Anau auf einem Campingplatz. Duschen, Wäsche waschen, Verpflegung einkaufen und vor allem Essen. Morgen bleib ich auch noch hier um meine Blessuren auszukurieren. Dann geht’s weiter, auch wieder ca 4 Tage, nach Queenstown.

Herzlichen Dank für die vielen Weihnachtsgrüße und einen guten Rutsch.

Kia Ora

Roland

Day 12, Te Araroa

Day 12, Te Araroa

Liebe Freunde!

Ich bin nach 4 Tagen ungewaschen und hungrig nach Birchwood Station gekommen (eine Farm ganz allein im Nirgendwo). Als ich mich gerade einen steilen Hang herunterquälte erwartete mich unten Dean, der örtliche und einzige Farmer, mit einem eigenartigen Gefährt (halb Quad, halb Pinzgauer). Er bot mir ein Bett in einer Hütte auf seinem Farmgelände an. Außerdem gabs eine Dusche, eine Waschmaschine, kaltes Bier und ein Essen bekomme ich wahrscheinlich auch. Was für ein Luxus.

Seit meinem letzten Schreiben habe ich ca 85 Kilometer, ca 2000 Höhenmeter und 100 Kubikmeter Schlamm und „Gatsch“ bewältigt. Der Boden ist auf den Hängen und Tälern derartig nass, dass ich teilweise bis zu den Unterschenkel im Schlamm versunken bin. So etwas habe ich noch nicht erlebt. Das waren meist so 5 bis 20 Meter Passagen, die ich auch nicht umgehen konnte. Der Wald, oder besser Urwald war vollgesaugt mit Wasser. Am ersten Tag beinahe undurchdringlich, wäre da nicht der schmale Pfad, der mit orangefarbenen Dreiecken markiert ist. Umgestürzte Baumriesen blockierten manchmal den Weg und es kostete mir dann schon viel Zeit und Kraft um zuerst den Rucksack und dann den verwöhnten übergewichtigen Körper rüber zu hieven. Meist verläuft in den Tälern ein Bach durch den Wald und dieses Bachbett begrenzt ein sehr steiles, abschüssiges und morastiges Ufer. Auch das sind Herausforderungen. Aber irgendwann war mir der Dreck, Morast und die Nässe egal.

Einmal habe ich in einer Hütte mitten im Wald geschlafen (Hütte ist gut, eher ein Verschlag mit 4 Pritschen, natürlich kein Licht und kein trinkbares Wasser). Sonst immer im Zelt. Auf der Suche nach Wasser habe ich einmal kurz geglaubt ich hätte mich verlaufen… da bekam ich leicht die Panik… Das passiert mir nicht mehr. Seither markiere ich die Wege abseits des Pfades mit gut sichtbaren Kleidungsstücken. Weiter als 100 Meter verlasse ich den Pfad ohnehin nicht. Aber selbst diese kurze Strecke kann ohne Markierungen zum Verhängnis werden.

Ich war auch auf drei baumlosen Hügelspitzen, einer davon der Black Hill 800m. Von dort hatte ich einen grandiosen Rundumblick.

Danach veränderte sich der Wald und plötzlich war alles mit dichtem, feuchten, verschiedenartigen Moos bedeckt. Wie in einem verwunschenen Zauberwald.

In diesen 4 Tagen begegneten mir ein junges bayrisches Pärchen die vom Norden der Südinsel Anfang Oktober gestartet sind und ihr Abenteuer in Bluff beenden. Sie konnten mir einige wertvolle Tipps geben. Und 2 Jäger traf ich auch noch. Einer war mit seiner schätzungsweise 15 jährigen Tochter unterwegs. Er erzählte mir seine Tochter werde heute ihren ersten Hirschen schießen. Wie die diesen geschossenen Hirschen dann aus dem Wald bekommen fragte ich mich.

Das war’s schon mit meinen menschlichen Begegnungen, bis ich heute auf Dean, den Farmer traf.

Auf seiner Farm werde ich auch am 24. bleiben. Anscheinend kommen morgen 2 Leute die auch in der Hütte schlafen. Mal sehen. Mir geht’s jedenfalls gut.

Kia Ora

Roland

TeAraroa, Day 7

TeAraroa, Day 7

Die letzten 2 Tage waren unglaublich grausam und gleichzeitig unglaublich schön. Ich war froh als ich aus Invercargil rauskam…keine schöne Stadt. Dort ist viel Platz, deshalb lauter flache riesige hässliche Holzbauten. Los gings mit 8 Km zum Oreti Beach. Das war wirklich überwältigend. Eine riesige Bucht mit einem 200 Meter breiten Sandstrand….bei Ebbe. Gott sei Dank habe ich mich im Vorfeld über die Gezeiten schlau gemacht.

Das Wetter war aufgelockert mit viel Sonne. 23 Km am Strand! Ab 13.00 Uhr kam das Wasser immer näher, bedrohlich und kontinuierlich bis nur mehr ein schmaler Streifen übrig blieb. Danach wurde es wirklich anstrengend. Vorbei war’s mit dem vom Meer festgepressten Sand bei Ebbe. Der verbleibende Sandstreifen war weich und das war wesentlich anstrengender. Die letzten 6 Km kosteten viel mehr Kraft als alles zuvor. Am Abend war ich total ausgepowert und m 20.00 Uhr war ich im Land der Träume.

Heute gings nach Colac Bay bei 10 Grad, Regen und Sturm. Die Landschaft war beeindruckend…der Sturm auch. 2 Schritte vorwärts und einer zurück. Für eine ganz besonders heftige Wegstrecke von 5 Km benötigte ich 3 Stunden. Der Pfad war kaum erkennbar. Viele können diese Strecke in der heurigen Saison noch nicht gegangen sein. Meine Chancen einen Buddy zu finden schwinden zunehmend. Einige Male musste ich auf anstrengende Weise meinen 20 Kg…mittlerweile hoffentlich nur mehr 18 Kg (hab einige Dinge bereits ausgemustert)…über Felsen hieven, weil wir beide, mein Rucksack und ich nicht durchpassten.

Heftig, heftig, aber ich werde mit jedem Tag stärker. Für Horst: Kannst schon zum Sparen anfangen für die Lokalrunde im Juni!

In Colac Bay, einem Nest mit 20 Häusern gibt’s einen Campingplatz mit einer Bar. Da sitz ich jetzt während ich schreibe und trinke ein Bier auf euch…und vielleicht noch ein zweites. Mehr kann ich mir nicht erlauben. Morgen geht’s in die Berge.

Kia Ora

Roland